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Was sie wollten: D-Mark und zwar sofort

Bundespolitik

Am 18. März 1990 war das Schicksal der wirtschaftlich bankrotten DDR endgültig besiegelt. In den ersten und letzten freien Wahlen des Arbeiter- und Bauernstaates auf deutschen Boden wählten die Bürger mit großer Mehrheit die schnelle Einheit. Schließlich lockten „blühende Landschaften“. Lesen Sie alle Informationen zur letzten Volkskammerwahl in einem Beitrag der Bundeszentrale für politische Bildung. Ein Auszug, zusammengefasst und ergänzt von Hajo Guhl

Noch Anfang März 1990 ist der Ausgang der Wahlen völlig ungewiss. In Umfragen gaben vierzig Prozent der DDR-Bürger/innen der SPD den Vorzug, die sich für einen längeren Übergang zur deutschen Einheit aussprach.

Die Mehrheit war unentschlossen oder tat zumindest so. Das Ergebnis überraschte die Brüder und Schwestern in Ost und West. Das Wahlbündnis der Konservativen, die „Allianz für Deutschland“, errang mit 48,0 Prozent beinahe die absolute Mehrheit. Die SPD erhielt nur 21,9 Prozent. Bitter für das Bündnis 90, einem unbestrittenen Motor der Wende landet mit 2,9 Prozent auf den hinteren Plätzen. Die PDS – Nachfolgepartei der SED und später Linke kam auf erstaunliche 16,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung von 93 Prozent – freiwillig - an der ersten und letzten freien Wahl zur Volkskammer der DDR überwältigend.

Die Allianz – geführt von den ehemalige Blockflöten der CDU und gestützt vom Überkanzler Helmut Kohl "blühende Landschaften" feiern sie 59 Prozent und mehr in Gera, Dresden, Suhl, Erfurt und Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) ihre größten Ergebnisse. Das ehemals so rote Sachsen wird konservativ und sehr viel später ostdeutscher Wegbereiter für Pegida und AfD.

Im Jahre 1990 hatte die große Mehrheit der DDR-Bürger diejenigen Parteien gewählt, die sich unmissverständlich für die D-Mark und die schnelle Einheit aussprachen. Das Votum war eindeutig: keine sozialistischen Experimente mehr, Ende mit den anspruchsvollen Debatten um eine neue gesamtdeutsche Verfassung (Art. 146 GG) oder gar komplizierte Konföderationsmodelle

Am 18. März fiel die Entscheidung für einen schnellen Anschluss an die Bonner Politikmaschine der Union und vor allem an die soziale Marktwirtschaft der alten Bundesrepublik. Gleichzeitig setzte sich der Auszug aus der untergehende DDR in Richtung Westen fort. Allein zur Wendezeit verließen rund 400.000 vor allem junge Menschen ihre Heimat. Insgesamt werden es mehr als 1,5 Millionen sein.

Am 2. Dezember 1990 fand schließlich die erste gesamtdeutsche Bundestagswahl statt. Die Union erreichte 43,8 Prozent, die SPD nur 33,5 Prozent und die FDP 11 Prozent. Die PDS zog mit 2,4 Prozent dank der für West- und Ostdeutschland getrennt ausgewiesenen Fünf-Prozent-Hürde in den Bundestag ein. Die Grünen (West) scheiterten mit 4,8 Prozent an der Fünf-Prozent-Klausel, im Osten erreichte eine Listenvereinigung Bündnis 90/Grüne 6,2 Prozent und zog in den Bundestag ein.

 

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